Welche Rohre für die Installation wählen?
Fließendes Wasser im Haus und eine Zentralheizung gehören heute zum Standard. Jeder Investor muss sich früher oder später entscheiden, welches Material er für die Installation wählt. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Stahlrohre das grundlegende Material für Installationen. Heutzutage werden sie immer seltener verwendet und durch Materialien wie Kupfer und Kunststoffe ersetzt. Diese sind korrosionsbeständiger und setzen keinen Kalk an. Zudem ist die Installation mit ihnen wesentlich einfacher und schneller zu realisieren.
Für den Bau von Kalt- und Warmwasserleitungen sowie für Zentralheizungsanlagen (Z.H.) werden drei grundlegende Materialgruppen verwendet:
-Stahl-Kupfer -KunststoffIn jeder dieser Gruppen gibt es verschiedene Rohrarten, zum Beispiel Stahlrohre: schwarz, verzinkt; Kupferrohre: hart, halbhart oder weich; sowie Rohre aus verschiedenen Kunststoffarten.
Manchmal lohnt es sich, länger nachzudenken, mehrere Produkte zu vergleichen und alle Vor- und Nachteile, die Montagefreundlichkeit, den Kundendienst nach Ablauf der Garantie und viele andere wichtige Faktoren abzuwägen, die beim Kauf oft vernachlässigt werden. Es kann sich nämlich herausstellen, dass billige Lösungen unsere Erwartungen überhaupt nicht erfüllen.
STAHL
Bis vor kurzem war Stahl bei uns das Hauptmaterial für Wasserinstallationen, da er eine sehr hohe mechanische Festigkeit besitzt. Dies erspart unter anderem die Notwendigkeit einer dichten Anordnung von Rohrbefestigungspunkten. Ein unbestreitbarer Vorteil von Stahl ist seine Beständigkeit gegen hohe Temperaturen und seine relativ geringe Wärmeausdehnung. Er ist jedoch schwer und korrosionsanfällig. Er leitet Wärme gut, sodass das Wasser in solchen Rohren schnell abkühlt. Stahl ist elastisch und überträgt Schall sehr gut. Er hat eine raue Oberfläche, was die Ablagerung von Kesselstein begünstigt und zu einer schnellen Verengung des Rohrinnendurchmessers führt ("Zusetzen" der Installation). Die Elemente von Stahlbauten werden durch Gewinde oder Schweißen verbunden. Für Heizungsanlagen werden Rohre aus "schwarzem" Stahl verwendet, der nicht vor Korrosion geschützt ist. Sie können durch Schweißen verbunden und heiß gebogen werden, was die Rohrverlegung erheblich vereinfacht. Zum Schweißen von Stahl ist jedoch eine sehr hohe Temperatur erforderlich, die nur mit speziellen Acetylen-Sauerstoff-Brennern erreicht werden kann. Das Schweißen vermeidet auch den Einsatz von Verbindungsstücken (Fittings), die den Strömungswiderstand erhöhen würden. Dies ist insbesondere bei klassischen Schwerkraftheizungen von Bedeutung. Für Trinkwasser ist dieser Stahl wegen seiner Korrosionsanfälligkeit ungeeignet. Für Trinkwasserinstallationen sind nur verzinkte Rohre ("weißer" Stahl) geeignet. Diese wiederum dürfen nicht für Heizungsanlagen verwendet werden, da die Zinkschicht bereits bei Temperaturen über 60°C ihre Schutzwirkung verliert. Verzinkte Stahlrohre dürfen weder geschweißt noch heiß gebogen werden. Daher ist der Verbrauch an Fittings hoch, der Arbeitsaufwand erheblich und der Strömungswiderstand größer. Im heutigen Einfamilienhausbau wird Stahl kaum noch verwendet. Das Material selbst ist zwar um einiges günstiger als moderne Alternativen, aber das Gewicht und die schwierige Verarbeitung führen dazu, dass die Arbeitskosten fast anderthalbmal so hoch sind wie bei anderen Materialien. Erschwerend kommt hinzu, dass Stahl nicht sehr langlebig ist. Die Haltbarkeit einer Stahlinstallation hängt in erster Linie von der Qualität des Wassers ab. Stahlrohre sind anfällig für Korrosion, die durch den im Wasser enthaltenen Sauerstoff, Kohlendioxid und gelöste Mineralien verursacht wird. Calcium- und Magnesiumionen lagern sich sehr leicht an den rauen, unebenen Wänden von Stahlrohren ab und bilden Kesselstein. Korrosionsschäden können bereits nach wenigen Jahren auftreten, und ein kompletter Austausch war manchmal schon nach zehn Jahren erforderlich.
KUPFER
Kupfer ist zweifellos ein besseres Material für Wasserinstallationen als Stahl. Kupfer ist beständig gegen Temperatur, Druck und UV-Strahlung. Es altert nicht. Rohre aus Kupfer weisen einen minimalen hydraulischen Widerstand auf, weshalb sie einen geringen Durchmesser haben können; das spart Material und Platz. Die Installation lässt sich leicht unter Putz verlegen, weshalb sie sich hervorragend als Anschlussleitungen von Kalt- und Warmwassersträngen eignen. Im Gegensatz zu einigen Kunststoffen kommt es bei Kupfer nicht zur Sauerstoffdiffusion, was bei Heizungsanlagen sehr wichtig ist. Die Montage ist einfach und schnell, und der Platzbedarf bei der Arbeit ist gering. Eine Kupferinstallation setzt keinen Kalk an. Sehr wichtig: Kupfer hemmt das Wachstum von Bakterien (einschließlich der sehr gefährlichen Legionellen) und Algen, die am häufigsten in Kunststoffrohren vorkommen. Der Materialpreis liegt zwar um 40 % über dem von Stahl, aber die Arbeitskosten sind um 30 % niedriger und die Haltbarkeit ist mindestens viermal so hoch (50 bis 100 Jahre!). Kupferrohre sind jedoch empfindlich gegen Kratzer. Daher müssen wir die Kupferinstallation gut vor dem Eindringen von kleinen Feststoffen wie Sand, Mörtel oder Rostpartikeln schützen. Am Eingang sollte ein Schmutzfänger mit einer Maschenweite von maximal 80 µm (0,08 mm) installiert werden. Obwohl Kupferrohre unempfindlich gegen warmes und kaltes Wasser sind, können sie korrodieren, wenn das Wasser weich ist und große Mengen an aggressivem Kohlendioxid enthält. In Polen betreffen Einschränkungen für Kupferinstallationen vor allem Gebirgsgegenden, wo das Wasser meist weich ist. Korrosion kann auch entstehen, wenn in die Kupferinstallation beispielsweise Armaturen oder Geräte aus verzinktem Stahl oder Aluminium eingebaut werden. Kupferrohre werden in drei Varianten hergestellt: hart, halbhart und weich. - Weiche Rohre lassen sich problemlos biegen, was die Anzahl der Verbindungen drastisch reduziert und die Montagezeit verkürzt. Solche Rohre werden hauptsächlich für lange, unter dem Boden verlegte Strecken (Fußbodenheizung), für Heizkörperanschlüsse oder für im Estrich verlegte Wasserleitungen verwendet. Sie sind mechanisch am empfindlichsten und sollten nicht mit Klemmringverschraubungen verbunden werden. - Halbharte Rohre sind mechanisch widerstandsfähiger als weiche Rohre, lassen sich aber mit geeigneten Biegegeräten oder Innenbiegefedern gut biegen. - Harte Rohre, die in Längen bis zu 6 m geliefert werden, sind nicht zum Biegen geeignet. Jede Richtungsänderung erfordert den Einsatz eines entsprechenden Fittings, das durch Löten oder Pressen mit dem Rohr verbunden wird. Sie sind mechanisch am stabilsten und werden daher in schadensgefährdeten Abschnitten von Z.H.-, Kalt- und Warmwasserleitungen im Schlitz oder direkt auf der Wand verlegt. Harte Kupferrohre eignen sich hervorragend für die Verrohrung im Heizraum. Sie werden auch häufig zur Modernisierung alter Systeme verwendet, wo sie alte Stahlrohre ersetzen. Das Sortiment an Verbindungsstücken ist sehr umfangreich. Charakteristisch für dieses Material sind Abrundungen; so werden neben normalen Winkeln auch Bögen mit sanfteren Übergängen hergestellt, wodurch der Wasserfluss weniger abrupt umgelenkt wird. Die Hauptverbindungsmethode für Kupferelemente ist das Löten. An einigen Stellen der Installation, vor allem beim Anschluss an Endgeräte oder beim Übergang zu anderen Materialien (Stahl oder Kunststoff), werden auch Gewindeverbindungen verwendet. Eine andere Art von Verbindern – Klemmfittings – ist selbst für Laien sehr einfach zu handhaben. Bei kleinen Systemen, bei denen die höheren Kosten keine Rolle spielen, können sie für die gesamte Installation verwendet werden.
KUNSTSTOFFE
Heute gewinnen Wasserinstallationen aus Kunststoff immer mehr an Beliebtheit. In Kunststoffrohren gibt es keine Korrosion und es entsteht kein Kesselstein. Kunststoffrohre übertragen keine Schwingungen und dämpfen die in der Installation entstehenden Vibrationen und Geräusche. Sie sind chemisch neutral, reagieren also nicht mit Wasser und den darin enthaltenen Verbindungen. Sie haben auch keinen Einfluss auf Geschmack, Farbe und Geruch des Wassers. Kunststoffrohre sind leicht. Sie lassen sich einfach transportieren und selbst montieren. Die Herstellung von Verbindungen ist relativ einfach und dauert nur sehr kurz, erfordert jedoch manchmal recht teure Schweiß- oder Pressgeräte.
Der Hauptnachteil von Kunststoffrohren ist die Sauerstoffdiffusion durch ihre Wände. Je höher die Temperatur des Mediums im Rohr ist, desto mehr Sauerstoff dringt ein. Dies hat keinen Einfluss auf die Haltbarkeit des Rohrs selbst, aber der Sauerstoff im Wasser ist schädlich für alle metallischen Elemente und Geräte (z. B. Heizkörper) in der Anlage.
Im Gegensatz zu starren Stahlrohren müssen sie jedoch besser an den Wänden befestigt werden, da sie sich unter dem Einfluss hoher Temperaturen in der Warmwasserleitung verformen können. Sie weisen zudem eine sehr hohe Längenausdehnung auf, weshalb sie auf längeren Strecken ausgeglichen werden müssen. Im Gegensatz zu Kupferrohren haben sie sehr dicke Wände, weshalb sehr tiefe Schlitze für die Unterputzverlegung erforderlich sind. Ein sehr wichtiger Faktor ist, dass die meisten Kunststoffe (mit Ausnahme von Polybutylen) viel schlechter als Kupfer und Stahl vor der Entwicklung von Bakterien in den Rohren schützen, insbesondere vor den sehr gefährlichen Legionellen.
Arten von Kunststoffen, aus denen Rohre hergestellt werden:
- PVC (Polyvinylchlorid) und CPVC (chloriertes Polyvinylchlorid),
- PE (Polyethylen: PE-LD weich und PE-HD hart),
- PE-X (vernetztes Polyethylen),
- PP (Polypropylen),
- PB (Polybutylen),
- Mehrschichtverbundrohre (Kombination aus verschiedenen Kunststoffen und Einlagen wie z.B. Aluminiumfolie).
PVC (Polyvinylchlorid) und CPVC (chloriertes Polyvinylchlorid).
Dies ist der älteste aller Kunststoffe, aus denen Installationen hergestellt werden.
PVC hat eine sehr begrenzte Anwendung. Der geringe Temperaturbereich (0 - 50°C), in dem es seine Eigenschaften behält, macht dieses Material nur für Kaltwasserinstallationen geeignet. Bei Minustemperaturen ist PVC spröde und nicht zug- und biegefest. CPVC hat bessere Eigenschaften und kann nicht nur für Warmwasser, sondern auch für Zentralheizungen verwendet werden (Temperaturbereich 0 - 100°C), die Versprödungstemperatur liegt jedoch immer noch bei 0°C. CPVC kann auch für Kaltwasser verwendet werden, ist jedoch teurer als PVC.
Rohre daraus werden ausschließlich in geraden Längen geliefert. Die Verlegungsregeln weichen kaum von denen für Stahlinstallationen ab. Bei höheren Temperaturen sinkt die mechanische Festigkeit von PVC erheblich. Es beginnt knapp unter 80°C zu erweichen, als sichere Temperatur gelten jedoch 60°C.
Die Hauptmethode zur Verbindung von PVC-Elementen ist das Kleben. An einigen Stellen der Installation muss PVC mit Metall verbunden werden (Kesselausgang, Armaturen usw.). An diesen Stellen werden Gewindeverbindungen verwendet. Die Fittings sind werkseitig vorbereitet. Das Vorhandensein von Gewindeverbindungen verringert die Druckfestigkeit der Installation.
Installationen aus PVC und seinen Varianten sind sehr einfach selbst zu erstellen, natürlich nach einem von einem qualifizierten Fachmann erstellten Plan. Für die Arbeiten sind keine Spezialwerkzeuge erforderlich, eine Metallsäge, ein scharfes Messer und ein Schraubendreher genügen.
PE Polyethylen.
Ein weiterer Kunststoff, der in Wasserinstallationen verwendet wird, ist PE-Polyethylen. Es kommt in vielen Varianten vor.
Die beiden beliebtesten sind:
- Typ "weich", abgekürzt LDPE oder PE-LD (Low Density Polyethylene – PE niedriger Dichte), bestimmt für Niederdruckinstallationen,
- Typ "hart", HDPE oder PE-HD (High Density Polyethylene – PE hoher Dichte) für Hochdruckinstallationen.
Beide zeichnen sich durch hohe chemische Beständigkeit, geringes spezifisches Gewicht und hohe Glätte der Rohrwand aus. Sie dürfen nur für Kaltwasserinstallationen verwendet werden; bei Temperaturen über 20°C nimmt ihre Festigkeit rapide ab.
Es gibt auch Polyethylen mittlerer Dichte mit erhöhter thermischer Stabilität, bezeichnet als PE-RT. Eine wesentlich höhere Beständigkeit – bis zu +95°C im Dauerbetrieb, was den Einsatz der Rohre für beide Wasserarten und für Heizungsanlagen ermöglicht – zeichnet das vernetzte Polyethylen hoher Dichte PEX aus.
Alle Polyethylenrohre sind flexibel und dehnbar, sodass sie stark gebogen werden können und man an Fittings, insbesondere Winkeln, sparen kann. Ein wichtiger Vorteil von Polyethylen ist die niedrige Versprödungstemperatur von -25°C. Daher spricht praktisch nichts gegen den Einsatz im Außenbereich bei frostgefährdeten Installationen. Zur Verbindung können Schweißen und Klemmfittings verwendet werden.
PE-X vernetztes Polyethylen
Hierbei handelt es sich um ein speziell behandeltes Polyethylen (Vernetzung, d. h. Einführung von Querbindungen zwischen den Polymerketten), das in mehreren Varianten mit leicht unterschiedlichen Eigenschaften erhältlich ist.
Es ist flexibel und widerstandsfähig gegen spannungsbedingte Beschädigungen. Die Rohre zeichnen sich durch ein Formgedächtnis aus. Es ist zudem beständig gegen Metallionen und UV-Strahlen. Die Betriebstemperatur von -10 bis 95°C ermöglicht die Installation von Kalt-, Warmwasser- und Heizungsanlagen.
Es ist ein langlebiges Material (Lebensdauer der Installation über 50 Jahre), es gibt keine Korrosion oder Ablagerungen in den Rohren, die Rohre są leicht und flexibel, was das Verlegen erleichtert, und sie sind zudem unempfindlich gegen versehentliche mechanische Beschädigungen. Eine Installation aus PE-X dämpft Geräusche und überträgt keine Schwingungen.
Vernetztes Polyethylen wird besonders als Material für Trinkwasserrohre empfohlen, da es ungiftig, frei von Schwermetallionen und mikrobiell beständig ist. Für Verbindungen werden Schraub- oder Pressfittings verwendet. Rohre aus vernetztem Polyethylen werden meist als Mehrschichtverbundrohre PE-X/AL/PE-X mit einer Antidiffusionsschicht hergestellt, die das Eindringen von Sauerstoff in ihr Inneres verhindert.
PP Polypropylen
In der Wasserinstallationstechnik hat PP-Polypropylen breite Anwendung gefunden, genauer gesagt eine seiner Varianten, die mit PP-R oder PP Typ 3, kurz PP-3, bezeichnet wird.
Es werden normale und „wärmestabilisierte“ PP-Rohre hergestellt. Erstere werden in Kaltwasserleitungen verwendet, letztere in Zentralheizungs- und Warmwasserleitungen. Das liegt daran, dass Polypropylen zwar hohen Temperaturen (sogar über +95°C) standhält, gleichzeitig aber einen großen linearen Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweist. Bei der Planung und Ausführung von Polypropylen-Installationen muss diese Eigenschaft berücksichtigt werden. Bei „wärmestabilisierten“ Rohren sinkt die Wärmeausdehnung um das Sechsfache.
Es gibt auch PP-Rohre mit einer Antidiffusionsschicht, die das Eindringen von Sauerstoff verhindert (dieses unerwünschte Phänomen beschleunigt die Korrosion von Stahlteilen der Installation, z. B. Heizkörpern).
PP-Rohre sind recht starr, sodass jede Richtungsänderung den Einsatz von Fittings erfordert. Sie werden im Polyfusionsschweißverfahren mit den Rohren verbunden. Zudem werden Verschraubungen, Gewindeenden und spezielle Anschlussblöcke verwendet.
Polypropylenrohre sind sehr beständig gegen niedrige Temperaturen (ab -40°C) und werden meist auf Putz verlegt. Sie können offen verlegt, in Installationskanälen oder hinter Verkleidungen verborgen werden. Werden sie in Schlitzen verlegt, dürfen diese nicht mit Mörtel verfüllt werden, da dies die freie Bewegung der Rohre bei Temperaturschwankungen verhindern würde.
Ultraviolette Strahlung wirkt sich negativ auf Polypropylenprodukte aus. Daher sollten Rohre, die UV-Strahlung ausgesetzt sind, abgedeckt oder durch einen Schutzanstrich geschützt werden. Polypropylen baut statische Elektrizität auf seiner Oberfläche auf und sollte nicht für den Transport von brennbaren und explosiven Stoffen verwendet werden.
PB Polybutylen
Der jüngste unter den „Installations“-Kunststoffen is Polybutylen.
Es ist sehr flexibel und hat – was bei Kunststoffen selten ist – kein Formgedächtnis (das Rohr federt nach dem Abrollen nicht zurück). Es zeichnet sich durch Flexibilität (Ersparnis bei Fittings), Schlagzähigkeit (bricht bei Schlag nicht), hohe Kriechbeständigkeit (langsame Verformung unter Dauerlast), Abrieb- und Spannungsrissbeständigkeit sowie Alterungsbeständigkeit aus. Produkte daraus lassen sich leicht transportieren und montieren – Rohre können wie Stromkabel gebogen und verlegt werden.
Die Versprödungstemperatur liegt bei -25°C. Darüber (also unter unseren klimatischen Bedingungen praktisch immer) schadet dem Rohr das Einfrieren von Wasser nicht. Wenn sich ein Eispfropfen bildet, dehnt sich das Rohr einfach mit ihm aus und kehrt nach dem Auftauen des Inhalts in seine ursprüngliche Form zurück. Es ist zudem hervorragend beständig gegen hohe Temperaturen bis zu 90°C und eignet sich daher für alle Arten von Wasserinstallationen.
Ein wichtiges Merkmal von PB ist seine bakterienhemmende Wirkung. In dieser Hinsicht steht es Kupfer kaum nach, welches unter den metallischen Werkstoffen die stärkste bakteriostatische Wirkung ausübt. Man hört von Herstellern, die aus diesem Grund die Innenflächen von Stahlrohren mit einer dünnen Schicht PB überziehen.
Die Montage der Installation beschränkt sich darauf, das entsprechende Rohrstück von der Rolle abzuschneiden und in das passende Fitting – ein Klemm- oder Gewindefitting aus Messing – einzustecken. Rohre aus Polybutylen können auch durch Schweißen verbunden werden, was jedoch entsprechende Geräte erfordert. Obwohl das Material selbst der teuerste der in Wasserinstallationen verwendeten Kunststoffe ist, machen die einfache Montage und die Gebrauchsvorteile Wasserinstallationen daraus preislich wettbewerbsfähig.
Mehrschichtverbundrohre
Diese Lösung ermöglicht es, die besten Eigenschaften von Metallen und Kunststoffen zu kombinieren. Die Rohre bestehen aus drei Schichten: einer inneren und äußeren Schicht aus Polyethylen PE-HD, vernetztem PE-X oder Polypropylen sowie einer mittleren Einlage aus Folie – meist Aluminium. Das Aluminium verhindert das Eindringen von Sauerstoff in das Rohr, reduziert dessen Wärmeausdehnung erheblich und eliminiert das Formgedächtnis; das Rohr lässt sich dauerhaft in die gewünschte Form biegen. Die Einführung einer Metalleinlage erhöht auch die Temperaturbeständigkeit der Rohre – einige halten kurzzeitig Temperaturen von 110°C stand. Daher werden Mehrschichtrohre vor allem in Heizungsanlagen eingesetzt. Der Kunststoff sorgt für chemische Beständigkeit, glatte Außenflächen, Wärmedämmung und dämpft Strömungsgeräusche. Das Metall verhindert das Eindringen von Sauerstoff, verringert die Wärmeausdehnung, eliminiert das Formgedächtnis und erhöht die Temperaturbeständigkeit. Diese Eigenschaften führen dazu, dass Mehrschichtrohre vor allem in Heizungsanlagen eingesetzt werden.
Mehrschichtrohre mit Isolierung schützen Kaltwasserleitungen vor Schwitzwasser und Warmwasserleitungen vor Wärmeverlusten. Ihr zusätzlicher Vorteil ist eine gute Geräuschdämpfung. Die Innenfläche von Kunststoffrohren ist bis zu several hundertmal glatter als die von Stahlrohren. Dies verringert den Strömungwiderstand erheblich und es bilden sich keine Ablagerungen an den Wänden. Kunststoffe sind chemisch neutral, reagieren also weder mit Wasser noch mit den darin enthaltenen Verbindungen. Das ist ein großer Vorteil. Es gibt jedoch auch Nachteile. Die meisten Kunststoffe (mit Ausnahme von Polybutylen) schützen Rohre viel schlechter vor Bakterienbildung als Kupfer und Stahl.
Je nach Kunststoffart werden Rohre in Rollen oder geraden Längen verkauft. Die Rohre in Rollen sind flexibel, sodass sie in Fußbodenheizungen verwendet werden können, wo sie gebogen werden müssen und nicht gestückelt werden sollten.
Die Aufschrift auf der Rohrseite gibt Auskunft darüber, aus welchen Materialien das Rohr besteht. Es werden die Materialien der einzelnen Schichten angegeben, z. B.:
PEX/Al/PEX (vernetztes Polyethylen / Aluminium / vernetztes Polyethylen),
PP-R/Al/PP (Polypropylen Typ 3 / Aluminium / Polypropylen),
PEX/Al/HDPE (vernetztes Polyethylen / Aluminium / Polyethylen hoher Dichte).
Die Hauptverbindungsmethode für Mehrschichtrohre ist die Verwendung von Klemm- oder Pressfittings. Bei PP mit Aluminium-Einlage kann auch das Schweißen angewendet werden, wobei die Al-Schicht an den Rohrenden mit einem speziellen Schälwerkzeug entfernt werden muss.
Wärmeausdehnungskoeffizienten von Kunststoffen
Kunststoff: Mehrschichtrohre PVC und CPVC PB PE PP PEX
Ausdehnungskoeffizient: 0,03 - 0,05 0,08 0,13 0,14 0,15 0,18
Es muss auf den kleinsten zulässigen Biegeradius der jeweiligen Rohre geachtet werden. Übermäßiges Biegen führt zum Bruch des Materials. Kunststoffrohre übertragen keine Schwingungen und dämpfen Vibrationen. Die Haltbarkeit der Installation hängt von der Temperatur und dem Druck des geförderten Wassers ab. Zu hohe Temperaturen beschleunigen den Alterungsprozess des Materials. Am beständigsten dagegen sind: Polypropylen, Polybutylen (bis 90°C), PE-X und Mehrschichtrohre (bis 95°C). Kaltwasserinstallationen halten daher am längsten, aber auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede – gegen niedrige Temperaturen sind Rohre aus PVC am wenigsten beständig (bis 0°C), am meisten dagegen Polypropylen (bis -40°C).
Der Hauptnachteil von „Plastikrohren“ ist die Leichtigkeit, mit der Sauerstoff durch ihre Wände dringt (je höher die Temperatur des Mediums im Rohr ist, desto mehr Sauerstoff dringt ein). Dies hat zwar keinen Einfluss auf die Haltbarkeit der Rohre selbst, aber der Sauerstoff im Wasser wirkt sich negativ auf alle Metallelemente und Geräte in der Anlage aus (fördert deren Korrosion).
Aus diesem Grund eignen sich für **Zentralheizungsanlagen** und Warmwasserleitungen Rohre mit einer Antidiffusionsschicht (die das Eindringen von Sauerstoff in ihr Inneres begrenzt) oder mit einer Metalleinlage besser, da diese das Rohr vollständig abdichtet und Maßänderungen unter Temperatureinfluss begrenzt.